Pressemitteilung: Vorratsdatenspeicherung

Die Jusos Tübingen distanzieren sich von einigen Forderungen innerhalb der SPD, die sich für eine vorbehaltlose und vorgelagerte Speicherung von Kommunikationsdaten aussprechen. Explizit können viele der von den Befürwortern angeführten Fakten widerlegt werden: Eine Untersuchung des BKA im letzten Jahr legte offen, dass von allen Verbrechen in Deutschland nur 0,01% (ein Promille) mangels fehlender Daten nicht endgültig aufgeklärt werden konnten. Zudem liegt die Aufklärungsquote bei Internetverbrechen mit beinahe 80 Prozent (2008) deutlich höher als die „normaler“ Verbrechen, von denen im selben Jahr nur etwa 55 Prozent aufgeklärt werden konnten. Erstaunlicherweise ist die Zahl der aufgeklärten Internetdelikte Jahr 2009, in dem die Vorratsdatenspeicherung erstmals in Kraft getreten war, sogar um fast fünf Prozent auf 75,7 Prozent zurückgegangen.

Weiterhin ist es irreführend zu behaupten, bei der Speicherung von Daten auf Vorrat würden lediglich die Verbindungsdaten gesichert, denn bereits die Identifizierung eines Kontakt- bzw. Gesprächspartners lässt oft intime Rückschlüsse auf den kommunizierten Inhalt zu – etwa, wenn jemand eine Ehe- oder Drogenberatungsstelle kontaktiert, einen Arzt für Geschlechtskrankheiten, oder auch einen Anwalt. Darüber hinaus ist es technisch einfach machbar, eine komplette Inhaltsprotokollierung „nachzurüsten“ – in Italien lesen Staat und Polizei bereits alle SMS (‘Ciao, bella :*!’).

Eine Totalprotokollierung der Kommunikation wird auch Einfluss auf unser Verhalten haben: Informanten von Journalisten werden abgeschreckt, sensible Kontakte zu Ärzten oder Seelsorgern erschwert, politische Aktivisten (Globalisierungskritiker, Atomkraftgegner usw.) behindert – die Unbefangenheit des Austausches im Netz wird verloren gehen. Wo Daten gespeichert und zusammengeführt werden, wachsen auch Begehrlichkeiten nach diesen Datensätzen und es besteht immer die Gefahr von Missbrauch – wie uns die Polizei in Dresden erst in jüngster Vergangenheit durch die illegale Protokollierung tausender Handystandort und –verbindungsdaten bei einer Anti-Nazi-Demonstration vor Augen geführt hat.

Wir sollten nicht blauäugig sein – ernsthafte Kriminelle, die sich auf ihre Berufung verstehen, anonymisieren ihre Daten längst über verschiedenste technische Infrastruktur (die im Übrigen auch Laien zur Verfügung steht). Wir Jusos sind größtenteils nach 1984 geboren – und wollen es auch in Zukunft nicht miterleben.

Erfolgreicher Landesausschuss

Am 11. September kamen die Jusos Baden-Württemberg wieder zu einem Landesausschuss zusammen.
Nachdem bei der letzte Landesdelegiertenkonferenz nicht einmal annähernd alle Anträge behandelt werden konnten, stand für den Landesausschuss, der dieses Mal wieder in Heilbronn tagte, viel an inhaltlicher Arbeit auf dem Programm.
So wurden neben  Beschlüssen wie der 0,0 Promille Grenze und der Einführung eines “Veggi-Day” in öffentlichen Kantinen, auch die Tübinger Anträge zur Rente und zum Azubi-Wohnheim verabschiedet.
Wir Tübinger Jusos, die mit Amely Krafft, Leonie Haueisen und Kevin Tiedgen in Heilbronn vertreten waren, können daher auf ein erfolgreichen Landesausschuss in Heilbronn zurück blicken.

Hochschulwahlen – Unterstützung für die Juso-HSG!

Liebe Genossinnen und Genossen,

am morgigen Dienstag und am Mittwoch, 28. und 29. Juni, finden die alljährlichen Hochschulwahlen statt. Gewählt werden der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA), der Senat und die Fakultätsräte der einzelnen Fakultäten. Die Juso- Hochschulgruppe tritt für den AStA und den Senat an, jeweils auf Liste 2!

Ist meine Stimme wichtig? Soll ich da hingehen? Haben die überhaupt Einfluss? Wahrscheinlich habt ihr euch auch schon solche Fragen gestellt. Und wir können nur bekräftigen: Ja, es lohnt sich wählen zu gehen, mehr denn je!

Denn abgesehen von der absolut notwendigen Kontrolle des Senats durch die studentischen Vertreterinnen und Vertreter, wird es in den nächsten Semestern den Übergang zu einer Verfassten Studierendenschaft geben. Diese wird große Eigenständigkeit in Form von Finanz- und Satzungshoheit bekommen. Daher brauchen wir ein starkes Votum durch die Studierenden!

Außerdem werden wir uns als Juso-Hochschulgruppe dafür einsetzen, dass die Studierenden nach dem Wegfall der Studiengebühren weiterhin ein gewichtiges Wort mitzureden haben bei der Verteilung von Landesmitteln für die Lehre.  Auch deshalb ist eure Stimme wichtig!

Weitere Informationen auf www.jusohsg-tuebingen.de

 

Also, am 28. und 29. Juni Liste 2 wählen!

Deine Stimme zählt!

Juso-Hochschulgruppe Tübingen

Wahlräume:

Evangelisch-Theologische Fakultät , Katholisch-Theologische Fakultät , Juristische Fakultät, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche  Fakultät, Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät (nur Geowissenschaften und Psychologie )

à Mensa Wilhelmstraße, Eingangshalle

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Philosophische Fakultät

à Neuphilologie (Brechtbau), Eingangshalle

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Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät (Biologie, Chemie, Informatik, Mathematik, Pharmazie und Biochemie, Physik)

à Mensa Morgenstelle, Foyer

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Medizinische Fakultät (Vorkliniker, Kliniker und Zahnmedizin)

à Neuklinikum Schnarrenberg (CRONA), Eingangshalle

Wahlzeiten:

 

Dienstag, 28. Juni 2011 von 9.00 – 17.00 Uhr

Mittwoch, 29. Juni 2011 von 9.00 – 17.00 Uhr.