Ein Artikel von Franziska Stromberg

Das Frauenvernetzungstreffen am 25. August in Stuttgart war meine erste SPD-Veranstaltung. Ich bin überladen von Eindrücken, Ideen und Gedanken und vor allem begeistert von der ehrlichen und offenen Debatte über Kommunalpolitik. Ja, wenn wir Frauen unter uns sind, dann wird Klartext geredet.

Für mich sind Lena Kamrad (Stadträtin Mannheim), Tanja Sagasser (Stadträtin Heilbronn und Landesgeschäftsführerin der SGK-BW) und Amely Krafft (Stadträtin in Tübingen) Alltagsheldinnen und Organisationstalente. Der Tag der drei Stadträtinnen ist mit 24 Stunden definitiv zu kurz. Denn sie versuchen Studium, Familie, Freunde, Beruf und ihre ehrenamtliche Arbeit unter einen Hut zubekommen. Wie das mehr oder weniger gelingt, haben sie uns an diesem Samstag erzählt.

Frauenvernetzungstreffen

Ihr Weg in die kommunalen Parlamente wurde von Zufällen und Glück geprägt und war alles andere als immer einfach. Nur zu oft fühlten sie sich „allein gelassen“.

Man muss viel von seinem Privatleben opfern, das betrifft dann so unterschiedliche Dinge wie Studentenpartys, einfache Auslandssemester, mal mehr als zwei Wochen Urlaub oder sogar den Verzicht auf eine eigene Familie. Ich glaube man muss dieses Ehrenamt nicht nur einfach ausführen– man muss es leben. Darüber hinaus sollte man sich schnellstmöglich ein dickes Fell zulegen und lernen, mit dem Männerüberschuss klarzukommen.

Dass die Damen ihre Aufgabe nicht nur leben, sondern auch lieben, hat man spätestens bei den Antworten auf die Frage, warum sie das denn machen, gemerkt.

Es ist das Gefühl von Verantwortung, einer eigenen Stimme, die Gewicht hat und die den Horizont erweiternde Tätigkeit an sich. Wenn Gedanken in konkrete Projekte umgesetzt werden, dann sieht man, dass sich was bewegt und verändert und das gibt dann alle Kraft wieder zurück.

In so einer Frauenrunde wird natürlich auch über die Frauenquote und das Reißverschlussverfahren geredet. Wir waren uns aber alle einig, dass erst einmal gewisse Rahmenbedingungen geschaffen werden MÜSSEN, die es jungen Frauen ermöglichen müssen, einem solchen Amt nachzugehen.

Es gibt noch genügend Hindernisse die aus dem Weg geräumt werden müssen, um eine Gleichstellungspolitik „umzusetzen“, aber unser Treffen war keine einmalige Sache.

Kommunalpolitik – „Diktatur der Zeithaber“?

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