Gestern hat in Tübingen eine Podiumsdiskussion mit dem Titel „Alles nur Protest? – Rechtsruck in Deutschland“ stattgefunden. Die Veranstaltung wurde von Studierenden des Seminars für Allgemeine Rhetorik der Universität Tübingen organisiert. Neben Margrit Paal (Die Linke), Georg Riege (JU) und dem Vorsitzenden der Islamischen Glaubensgemeinschaft Baden-Württemberg, Muhittin Soylu, war auch Wolfgang Gedeon als Gast eingeladen.

Wolfgang Gedeon ist mehrfach durch antisemitische Äußerungen aufgefallen und gilt als besonders rechter AfD-Politiker. Um es unmissverständlich zu sagen: Wolfgang Gedeon ist ein Antisemit.

Für uns kann es keinen Diskurs mit Antisemiten geben. Deshalb haben wir uns auf unserer gestrigen Sitzung dazu entschlossen, die Podiumsdiskussion zu boykottieren und unsere Gründe dafür offenzulegen.

Für uns ist es unverständlich, wie die Studierenden Gedeon als Gast einladen konnten. Mit etwas Recherche sind seine offen antisemitischen Äußerungen und andere menschenverachtende Hirngespinste leicht zu finden. Wie konnte Gedeon, der aktuell von seiner eigenen Partei aus der Fraktion geworfen werden soll, als Sprecher zu einer solchen Podiumsdiskussion eingeladen werden? Kein Verständnis haben wir zudem dafür, dass die anderen Podiumsteilnehmer sich mit Gedeon auf ein Podium setzten. Während wir von der Jungen Union in dieser Hinsicht ja nicht viel erwarten, sind wir doch sehr irritiert von der Teilnahme von Margrit Paal und Muhittin Soylu. Was haben sie sich von der Diskussion mit Wolfgang Gedeon erhofft?

Darauf erwarten wir eine Antwort von Margrit Paal, Muhittin Soylu und insbesondere den verantwortlichen Studierenden.

Jusos Tübingen & Juso-HSG Tübingen

Zuerst veröffentlicht am Freitag, 10. Juni 2016 auf unserer Facebookseite https://www.facebook.com/jusostuebingen/.

Stellungsnahme 10. Juni 2016